Sekundäre Pflanzenstoffe

Was sind sekundäre Pflanzenstoffe ?

Unter sekundären Pflanzenstoffen (Phytamine) versteht man eine Zusammenfassung von unterschiedlichsten chemischen Verbindungen einer Pflanze. Diese zeichnen sich  besonderes durch ihre Interaktion mit der Umwelt (Mensch,Tier & Pflanze) aus. Dabei ist deren Wirkungsweie sehr unterschiedlich und nicht zu verallgemeinern.

Von essentieller Bedeutung sind Phytamine seit längeren in der Pharmakologie und der Erforschung neuer innovativer Medikamente. Deren Wirkung auf den Menschen ist größtenteils nachgewiesen.

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Sekundäre Pflanzenstoffe bilden das Fundament unserer Gesundheit. Hier erfahren Sie mehr zu Studien, Wirkungen und Vorkommen in der Natur.

 

Letzte Aktualisierung am 17.12.2018 | Lesedauer ~ 15 Minuten

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Vergleich: Primäre vs. Sekundäre Pflanzenstoffe

Wir bearbeiten gerade diesen Aritkel.  Weitere Informationen folgen in kürze.

Unsere tägliche Ernährung sollte nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. ca. 400 g Gemüse beinhalten. Doch nur ein Bruchteil der Bevölkerung schafft dies regelmäßig umzusetzten. Die Gründe sind vielfältig und oft mit kulturellen Unterschieden gespickt. So wurden im asiatischen Raum deutlich weniger Karies Behandlungen vorgenommen als in Deutschland.

Welches Experten auf die isolierten Primäre Pflanzenstoffe (Kohlenhydrate aus Zuckerrohr & Zuckerrübe) zurückführen. Weitere negative Folgen falscher oder unausgewogender Ernährung sind bekannt. Dazu gehören Krebs, Schlaganfälle und Herzerkrankungen. Bioaktive Lebensmittel konnten in Studien mögliche Folgen verringern oder Prozesse zur Entgiftung von Fremdstoffen (Xenobiotika) einleiten.

sekundäre Pflanzenstoffe Liste

Um welche Pflanzenstoffe es sich handelt und was Sie beachten sollten , erfahren Sie hier.


Primäre Pflanzenstoffe (essenzielle Nährstoffe) sind per se nicht schlecht oder gar schädlich. Sie sind die Hauptbestandteile unser täglichen Ernährung . Zu diesen gehören :

  • Kohlenhydrate
  • Eiweiße,
  • Fette,
  • Vitamine,
  • Mineralstoffe,
  • Wasser

Sekundäre Pflanzenstoffe (nicht essenzielle Nährstoffe)

  • Carotinoide – [Lycopin , a-Carotin, β-Carotin ]
  • Polyphenole – [Phenolsäuren, Flavonole, Flavone, Anthozyane, Flavanole,Flavanone]
  • Glukosinolate – [Sulforaphan]
  • Phytoöstrogene – [Isoflavone]
  • Stilbene – [Resveratrol]

Wirkung von Sekundären Pflanzenstoffen auf den Menschen

Im folgenden Video erklärt Prof. Dr. Claus Leitzmann (Universität Gießen), die gesundheitlichen Aspekte rund um das Thema “Wirkung von Sekundären Pflanzenstoffen”.

Auf die Frage: Was sind Sekundäre Pflanzenstoffe ? Finden Sie hier die Antwort.


Carotinoide

Was sind Carotinoide ?In diesen Pflanzen stecken Carotinoide

Die natürlichen Pflanzenfarbstoffe [Lycopin,α-Carotin,β-Carotin] liegen in über ~700 verschiedenen Verbindungen vor. Hauptlieferranten sind Möhren, Paprika, Tomaten, Spinat, Feldsalat. Welche eine hohe Bioverfügbarkeit im Menschen (> 15 %) aufweisen. Gesunde Fette fördern die Aufnahme von Carotinoiden im Körper.

Mögliche gesundheitliche Vorteile sind u.a :

  • Verringerte Herz-Kreislauf/Augenkrankheiten/Krebserkrankungen*,
  • an­ti­ox­i­da­tive,
  • im­mun­mo­du­lier­end,
  • ent­zün­dungs­hem­mende Wirkungen.

[Achtung] Isoliertes β-Carotin steht im Verdacht mit Krebsformen unterschiedlich zu interagieren (sowohl positiv als auch negativ)!

Weiterführende Informationen : [1.] & Vitamin A (U.S. Department of Health & Human Services)


Flavonoide

Diese Pflanzen enthalten viele gesunde Flavonoide

Flavonoide [Flavonole, Quercetin und mehr fabrige Anthocyanidine (OPCs)] sind eine Untergruppe der Polyphenole, diese liegen in über ~6000 verschiedenen Strukturen vor.

Zufinden sind diese primär in der Außenhaut der Pflanzen. Früchte enthalten in den Sommer Monaten mehr Flavonoide als im Winter (Flavonoid-Produktion ist lichtabhängig). Lebensmittel wie z.B Äp­feln, Bir­nen, Trau­ben(Säfte), Kir­schen, Pflau­men, Zwie­beln, Grün­kohl, So­ja, schwarz­em und grün­em Tee sind gute Flavonoidquellen.

Gute Bioverfügbarkeit im Körper (> 15 %, außer Anthocyane und Flavone(< 3 %)). Mögliche gesundheitliche Vorteile sind u.a :

  • Antioxidative,
  • Entzündungshemmend,
  • Blutdrucksenkend,
  • Antibiotisch (d. h. sie hemmen das Wachstum von Mikroorganismen (Bakterien und Pilzen)),
  • pos. Ein­fluss­ auf kog­ni­ti­ve Fäh­ig­kei­ten,
  • unterstützen die Nervenfunktion.
Wichtig
Flavonoide können (sofern diese isoliert eingenommen werden) auch mit Medikamenten Wechselwirken. [Quercetin Nebenwirkungen]

GlucosinolateGlucosinolate Lebensmittel

Glucosinolate sind für den Geschmack (Aromastoff) bestimmer Lebensmittel verantwortlich. Sie finden diese in etlichen Kohl­art­en, Ret­tich, Ra­dies­chen, Kres­se & Senf. Etwa 120 verschiedene Formen sind bekannt. Erste Studien zeigen bereits 1958 starke antivirale Wirkungen auf Grippe Viren in Laborversuchen.

Sehr gute Bioverfügbarkeit im Körper (> 15 %). Kochen verringert den Glucosinoidgehalt um etwa 35 % bis 60 %.

Ärzte verwenden Glucosinolathaltige Pflanzenwirkstoffe (z.B Arzneimitteln aus Kapuzinerkresse und Meerrettich) bereits bei Harnwegs- sowie bakteriellen Atemwegsinfektionen. [3.]

Weitere mögliche gesundheitliche Vorteile sind:

  • Risikosenkung Krebs,
  • Schutz vor Infektionen,
  • an­ti­ox­i­da­tiv,
  • im­mun­mo­dul­ier­end.
Informationen
Krebsprävention durch Glucosinolate in der Ernährung; Diplomarbeit, Stand 2009, Seite 16 Tabelle [Link Glucosinolate Doktorarbeit].

MonoterpeneDuftstoffe von Monoterpene in Lebensmitteln

Monoterpene (Duft- und A­rom­a­stof­fe, Gruppe der Terpenen) befinden sich vermehrt in ätherischen Ölen, zumeist aber in der Außenhaut von Früchten ( Orangen, Grapefruit und Zitronen). Sie werden bevorzugt in Lebensmittelindustrie eingesetzt um Speisen geschmacklich zuverbessern.

Bedeutende Monoterpene :

  • Geraniol,
  • α-Pinen,
  • Limonen,
  • Cymole (in Terpentin-, Eucalyptus-, Thymianöl),
  • Cymenole (Carvacrol, Thymol),
  • 3-Carene und Campher.

PhytoöstrogeneLebensmittel mit Geschlechtshormon ähnlicher Wirkung

Phytoöstrogene (Isoflavone, Lignane und Coumestane ) sind bekannt für ihre Geschlechtshormon ähnliche Wirkung im Menschen. Verantwortlich dafür ist deren strukturelle Ähnlichkeit, welche es ihnen ermöglicht, an Estrogenrezeptoren zu interagieren.

Bekannte Lebensmittel mit phytoöstrogener Wirkung sind :

  • Sojaprodukte (Tofu, Sojamilch)
  • Leinsamen,
  • Hülsenfrüchte, Getreidekleie & Vollkorngetreide
  • Bier, Wein und Bourbon (Whiskey)

Weitere mögliche gesundheitliche Vorteile bei:

  • Blutgefässerkrankungen,
  • Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
  • Osteoporose und Wechseljahrbeschwerden.
Wichtig
Weiterführende Informationen: [Wirkungen & Risiken auf Englisch)

Polyphenole ein Jungbrunnen der Natur

Was sind Polyphenole ?

Resveratrol Polyphenole wirkung

Resveratrol ist das bedeutendste Polyphenol. Es befindet sich in Trauben und Weinen.

Polyphenole sind eine Zusammenfassung von über 8000 pflanzlichen Verbindungen. Dieser Gruppen gehören unteranderen berühmte Wirkstoffe wie z.B Querectin an. Forscher sagen ihnen starke entzündungshemmende und krebsvorbeugende Wirkungen nach.[3]

Dennoch können isolierte Pflanzenwirkstoffe toxisch auf den Menschen wirken (z.B Brenzcatechin, Genistein und Gossypol ). Es ist aber grundsätzlich von einer postiven Interaktionen im Körper auszugehen. Dafür sprechen unzählige Studien, inden Probanten eine erhöte Aufnahme von natürlichen Polyphenolen erhielten.

Die wichtiges Polyphenol-Untergruppen sind:

  • Flavonoide
  • Phenolsäuren
  • Cumarine
  • Lignane

Lebensmittel die Sie kennen sollten

Um genügend wichtige Vitalstoffe aufzunehmen, sollten Sie grundsätzlich alle Formen von Obst und Gemüse verkonsumieren. Fokussieren Sie sich dabei auf folgende Lebensmittel mit hohen Polyphenolgehalt :

Lebensmittel mit hohen Polyphenolgehalt Konzentration
Nüsse(Haselnüsse,Pekannüsse,Erdnüsse) hoch/mittel
Schwarzer Holunder sehr hoch
Leinsamen(mehl) hoch
Schwarze Schokolade mittel
Kapern mittel
Schwarze Oliven mittel
Grünkohl hoch
Beeren(Heidelbeeren,Blaubeeren) sehr hoch
Trauben mittel/hoch

* Quelle, The European Journal of Clinical Nutrition

Tipp-Logo-Lebensmittel-Polyphenole

Milchprodukte können die Aufnahme von wichtigen Polyphenolen verringern. Hingegen helfen gesunde Fette bei der Aufnahme im Körper. [Verzehrtipp] Wir empfehlen die Verwendung von Leinensamen in Salaten und Speisen. Auch gesunde Olivenöle sollten nicht fehlen.


Wirkungen von Polyphenolen

  • Typ-2-Diabetes betrifft mehrere Mio. Menschen im Jahr, vor allem die jüngere Generation ist stark gefährdet. Diese nimmt durch Softdrinks und Fastfood deutlich zu viel Zucker auf. Basierend auf Tiermodellen und einigen Humanstudien wurden Polyphenole gefunden, die den Blutzucker- und Fettstoffwechsel stabilisieren, die Insulinresistenz reduzieren und die Entzündungen im Körper senken konnten. [5.]
  • Mögliche interaktion mit Krebszellen. Nach Angaben des  US National Cancer Institute werden etwa 40 Prozent aller Männer und Frauen in ihrem Leben an Krebs erkranken. Mehrere Forschungsstudien haben den Nutzen von Polyphenolen bei der Krebsprävention gezeigt.[Resveratrol Studien]Forscher glauben, dass das antioxidative Verhalten von Polyphenolen dazu beiträgt, die DNA vor Schäden durch freie Radikale zu schützen, welche für die Krebsentwicklung verantwortlich gemacht werden.[6.]
  • Alzheimer. Schätzungsweise 5,4 Millionen Amerikaner haben Alzheimer, eine schwere Form der Demenz. Neuste Daten deuten darauf hin, das ein erhöter Polyphenolen Konsum bei der Verzögerung des Auftretens von Demenz und der Reduzierung des Alzheimer-Risikos ein Rolle spielen könnte.[7]
  • Osteoporose trifft vermehrt ältere Menschen und Frauen. Im Krankheitsverlauf verringert sich die Knochendichte stark, welches zu vermehrten Knochenbrüchen und Unfällen führt. Polyphenole, bezogen auf ihre antioxidative Aktivität, haben in Studien einen positiven Einfluss auf den Knochenstoffwechsel gezeigt. [8.]

Abnehmen mit Polyphenolen

Trauben eignen sich perfekt zum Abnehmen

Weintrauben sind eine Ideale Quelle von Mikronährstoffen.

Der Konsum von bioaktiven Pflanzenstoffen werden seit längeren gewichtsreduzierende Wirkungen nachgesagt. Dafür verantwortlich ist maßgeblich die Darmflora, welche bei adibösen Menschen vermehrt mit Firmicutes Baktieren besiedelt ist. Diese Art von Baktieren sind für die Umwandlung von gebundenen Kalorien in Zucker zuständig.

Studien aus 2013 ergaben erstaunliches, Polyphenoleverbindungen konnten in In-vitro-Tier- und Humanstudien die mikrobielle Zusammensetzung des Darms positv beeinflussen. Dabei wurden bestimmte Bakteriengruppen gehemmt, teils auch gefördert ( z.B Bifidobakterien).

Bifidobakterien werden nicht nur mit einer gesunden Darmflora assoziert, sondern auch für ein verringertes Angst- und depressiven Verhalten. Die Supplementation von Oligomere Proanthocyanidine (OPC) aus Traubenkernen zeigte nach 2 – Wochen eine signifikante Erhöhung von Bifidobakterien. Auch wurde nach dem Konsum von Heidelbeerensäften ähnliche Ergebnisse Wissenschaftlich dokumentiert. Gewichtsreduktion ist somit dirket mit einen gesunden Magen verknüpft.[9.]


Literaturverzeichnis

[1.] https://www.nutri-facts.org/en_US/nutrients/carotenoids/beta-carotene/safety.html https://www.webmd.com/vitamins/ai/ingredientmono-999/beta-carotene

[2.]Watzl und Rechkemmer 2004, Watzl 2008, Watzl 2012

[3.]A. Winter: Antibiotische Therapie mit Arzneipflanzen. In: Planta Medica. Band 3, Nr. 01, 14. Januar 2009, S. 1–16, doi:10.1055/s-0028-1101750. Andreas Conrad, Teena Kolberg, Inge Engels, Uwe Frank: In-vitro-Untersuchungen zur antibakteriellen Wirksamkeit einer Kombination aus Kapuzinerkressenkraut (Tropaeoli majoris herba) und Meerrettichwurzel (Armoraciae rusticanae radix).

In: Arzneimittel-Forschung. Band 56, Nr. 12, S. 842–849. A Conrad, H Richter, D Bauer, T Nobis, I Engels, U Frank: Breite antibakterielle Wirkung einer Mischung von Senfölen in vitro. In: Zeitschrift für Phytotherapie. Band 29, S 1, 2008, doi:10.1055/s-2008-1047852.

[4.]https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2835915/

[5.]https://jdmdonline.biomedcentral.com/articles/10.1186/2251-6581-12-43https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25005188

[6]https://www.hindawi.com/journals/omcl/2015/732302/

https://www.cancer.gov/about-cancer/causes-prevention/risk/diet/tea-fact-sheet#q3

[7.]https://www.hindawi.com/journals/omcl/2013/891748/

[8.]https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0271531709001110?via%3Dihub

[9.]https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0955286313000946


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