Rotwein oder Weißwein Zuckergehalt

Letzte Aktualisierung am 26.02.2019 | Lesedauer ~ 5 Minuten | Autor Teelko Rh

Rotwein oder Weißwein – wo ist der Zuckergehalt höher?

Wie hoch der Zuckeranteil in den verschiedenen Lebensmitteln ist, liegt im Regelfall am Hersteller – bei Wein ist das etwas anders. Das liegt an einem ganz einfachen Grund: Künstliche Zuckerzusatzstoffe, wie sie in Lebensmittel enthalten sind, werden beim Herstellungsprozess eines Weines nicht hinzugefügt.

Manch einer mag sich nun vielleicht fragen, welcher Wein süßer ist? Besitzt Weißwein mehr natürliche Zuckerstoffe oder liegt doch Rotwein an erster Stelle? Diese Fragen werden in diesem Artikel beantwortet.

Die Süße des Weines entsteht aufgrund des natürlichen Zuckerhaushaltes im Traubensaft. Wer Weine miteinander vergleicht, wird schnell herausfinden, dass so mancher Wein einen höheren Anteil an Zucker beinhaltet als andere. Der Grund für dieses Phänomen liegt an dem sogenannten Fermentationsprozess.

Den Fermentationsprozess eines Weines verstehen

Um den Zuckerhaushalt in Weinen zu verstehen, ist es wichtig, etwas über den Prozess der Weinherstellung zu erfahren. Um Traubensaft in Wein umzuwandeln, werden Hefen hinzugefügt und miteinander vermischt. Danach wird der bearbeitete Traubensaft in einem Container aufbewahrt, um den Gärungsprozess zu starten. Die Hefen nehmen den natürlichen Zucker im Traubensaft in sich auf. Dadurch produzieren diese neben CO2 einen der wichtigsten Inhaltsstoffe – Alkohol.

Je länger der Fermentationsprozess andauert, desto mehr Zucker wird von den Hefen aufgenommen und mehr Alkohol wird produziert. Im Großen und Ganzen wird aufgrund des Herstellungsprozesses das Alkoholgehalt im jeweiligen Wein höher – der Zuckerpegel jedoch niedriger.

Winzer haben die Möglichkeit, den Gärungsprozess eines Weines jederzeit zu stoppen. Um diesen Prozess anzuhalten, wird der Wein in kühlere Temperaturen umgelagert. Wärme ist nämlich der Grund dafür, dass die Hefen den Wein schneller zum Gären bringt. Im Gegensatz zu kühleren Umgebungen wird so der Gärungsprozess im Wein gänzlich aufgehalten. Winzer kühlen daher den Wein und seien die restlichen Hefen aus dem Produkt.

Rot- oder Weißwein – welcher ist süßer?

Erfahrungsgemäß ist Weißwein süßer als Rotwein. Das liegt daran, dass Weißwein nicht so lange gärt, wie Rotwein. Das soll jedoch nicht heißen, dass jeder Weißwein sofort süßer ist.

Weißwein kann ebenfalls länger fermentiert und in Eichenholzcontainer gelagert werden, um so dieselben Gärstoffe wie Rotwein zu entwickeln. Wenn außerdem die Container luftdurchlässig sind, können auf diese Art trockene Weißweine hergestellt werden. Des Weiteren sind bei einem solchen Verfahren dieselben Gerbstoffe, wie auch in herkömmlichen Rotweinen, zu finden.

Auf der anderen Seite kann auch Rotwein über einen kürzeren Zeitraum hinweg fermentiert werden. Es gibt kein universelles Gesetz dafür, dass Rotwein stets trocken und Weißwein süß ist. Im Großen und Ganzen kann jedoch gesagt werden, dass Weißwein in den meisten Fällen immer süßer ist. Die Gerbstoffe in Rotweinen sind dafür verantwortlich, dass diese außerdem um einiges bitterer sind.

Die Süße der Weine kann außerdem noch vom Winzer weiter beeinflusst werden. Die Ernte der Trauben beeinflusst ebenfalls die Süße oder Bitterkeit der Weine. Trauben, die früher gepflückt werden, besitzen einen höheren Säureanteil und weniger Alkohol. Wenn Trauben später geerntet werden, wird das Säuregehalt verringert und mehr Alkohol (oder Süße) ist daher in diesem Obst enthalten.

Wie viel Zuckergehalt ist in unterschiedlichen Weinsorten zu finden?

Trockene Weine

Diese Sorten besitzen beispielsweise nur sehr wenig Zucker – nur rund 0.1-0.3 Prozent, das sind grob 1-3 Gramm je Liter. Die trockensten Weine werden oft als knochen- oder staubtrocken bezeichnet. Weine dieser Art besitzen so gut wie keinen Zucker.

Halbtrockene Weine

Diese Art von Wein ist etwas süßer als sein trockener Gefährte. Rund 1-3 Prozent Zucker, das sind ca. 10-30 Gramm pro Liter, beinhalten halbtrockene Weine.

Süße Weine

Süße Weine besitzen einen Zuckeranteil von rund 35-120 Gramm pro Liter. Trotz allem gibt es Weine, die weitaus mehr als 120 Gramm Zucker beinhalten und werden daher als sehr süß eingestuft. Vor allem für Menschen, die das erste Mal Wein probieren, sind diese sehr zu empfehlen.

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