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Wein Mythen

Letzte Aktualisierung am 16.03.2019 | Lesedauer ~ 5 Minuten | Autor Teelko Rh

9 spannende Mythen um Wein – und ob sie stimmen, oder nicht

Wein gehört wie auch Tee oder Kümmel zu den Wanderworten, deren Erwähnung in den Chroniken entlang der Handelsrouten teilweise bis in die Bronzezeit zurückverfolgt werden kann. Wein zählt zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit. Die Kunst des Weinanbaus und der Weingenuss als Element der alten Riten und heutzutage als Bestandteil von Festlichkeiten hat seinen festen Platz innerhalb der menschlichen Zivilisation.

1. Sonne und Sommerhitze machen den besten Wein

Nur Sonne und Hitze machen entgegen mancher Schlagwörter keinen guten Wein. Für den Weinberg und seine Reben ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sonne und Regen wichtig. Von Bedeutung ist auch, dass die Zeit kurz vor der Weinlese trocken ist und während der Ernte trocken bleibt. Mit diesen Komponenten kann ein guter Jahrgang wachsen.

2. Nur billige Weine haben einen Schraubverschluss

Die Aussage gehört mittlerweile zur Kategorie der Vorurteile, die den Verschluss von Wein betreffen. Bis zu 40% der Weine werden mit Schraubverschluss geschlossen. Im Gegensatz zu Korkverschlüssen können Weinflaschen, die mit Schraubverschluss geschlossen sind auch stehend gelagert werden. Außerdem besteht keine weitere Gefahr des Verkorkens von Wein.

3. Ist Wein gesund ?

Auf diese Frage eine pauschale Antwort zu geben ist kaum möglich. Wein wurde schon vor über 5000 Jahren als generelles Stärkung und Beruhigungsmittel eingesetzt. Dies war auf dem im Wein vorhanden Alkohol zurückzuführen. Heutige Wissenschaftliche Studien rücken die pflanzlichen Inhaltsstoffe des Weines in ein neues Licht. Resveratrol ist der wohl bekannteste Anti-Aging Wirkstoff des Rotweines.

Diese und weitere Inhaltsstoffe werden mit den sogenannten französischen Paradoxon in Verbindung gebracht. Welches besagt, dass Amerikaner eine höhere Herzinfarktrate aufweisen als Franzosen. Obwohl beide fettreiche Ernährung und dem Rauchen nicht abgeneigt sind. Unzählige Studien befassen sich mit dem Thema ausführlich. Es lässt sich dennoch festhalten, gesund ist nur alles in Maßen. Leider auch Wein.

Wir sollten dennoch den Wein Wein sein lassen und nach dem Motto “Vinum bonum deorum donum.” verfahren.

Mehr Erfahren hier im Video:

4. Für jeden Korken stirbt ein Baum

Für jede Flasche Wein, die mit einem Korken verschlossen ist muss ein Baum sterben. Ist auch ein Mythos, der sich um die Rinde der Korkeiche rankt. Allerdings bleibt der Baum stehen und wird alle 10-12 Jahre geschält. Die Rinde wächst dann nach. Eine Korkeiche kann bis zu 300 Jahre alt werden. Ihre Produktionsfähigkeit erhält sie ca. 150 Jahre. Somit kann eine Korkeiche bis zu 1000 kg Kork im Laufe ihres Lebens erzeugen.

5. Salz hilft gegen Rotweinflecken

Der Horror der weißen Tischdecken, ein Rotweinfleck. Der Spruch vom Salz gegen Rotweinflecken stimmt nur, wenn der Fleck sofort mit Salz bestreut wird. Bei eingetrockneten Rotweinflecken hilft auch Salz nicht mehr.

6. Rotweine werden mit der Zeit besser

Die Tatsache gilt allerdings nur für qualitativ hochwertige Weine. Die Inhalts- und Gerbstoffe sind in qualitativ hochwertigen Weinen stärker konzentriert. Im Lauf der Zeit spielen sich in der Rotweinflasche chemische Prozesse ab, in deren Verlauf die Gerbstoffe zu größeren Molekülen zusammenschließen und nach unten absinken. Aufgrund dieses Prozesses entwickelt sich ein wesentlich weicherer Geschmack.

7. Ein Rotwein muss atmen

Ob einem Wein noch Sauerstoff zugeführt werden sollte oder nicht, hängt auch vom Alter des Weines ab. Ein frischer, junger Wein kann gut noch etwas Luft vertragen, er muss dazu in eine Karaffe gegeben werden. Mit der Luftzirkulation um den Flaschenhals wird keine nennenswerte Menge an Sauerstoff zugeführt. Ein 10 Jahre alter Wein muss vor dem Genuss nicht dekantiert werden und ist direkt nach dem Öffnen trinkfertig.

8. Der Rotwein und die Zimmertemperatur

Der Mythos vom Rotwein und der Zimmertemperatur hat seinen Ursprung zu Anfang des 20. Jahrhunderts, die damalige Temperatur der ungeheizten Speisezimmer betrug zumindest in der kalten Jahreszeit zwischen 16-18 Grad Celsius. Und lag damit deutlich unter der heutigen Wohlfühltemperatur der Restaurants und Privathaushalte. Zum Erhalt des Charakters und Geschmacks bietet es sich an, auch den Rotwein leicht gekühlt zu lagern.

9. Das Mysterium des Weingeschmacks im Urlaub

Auch sagenhaft ist die Tatsache, dass ein Wein im Urlaub ganz anders schmeckt als zuhause. Das liegt weniger daran, dass der Wein eine Reise nicht verträgt, sondern der entspannte Urlauber die Welt anders wahrnimmt und seine Geschmacksknospen simultan die Info eines wohlschmeckenden Schluckes in Richtung Großhirn schicken.

So alt wie der Wein und seine unterschiedliche Zubereitung ist, so vielzählig sind die Mythen und Geschichten, die sich um ihn ranken. Nicht alles entspricht der Wahrheit und mancher Tropfen sollte nicht vergossen werden. Ein paar der Anekdoten sind wissenswert, die anderen stimmen gar nicht. Gemeinsam schaffen sie jedoch ein Stück Kulturgeschichte zum Weingenuss.

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